Sicherheitsstandards für den Bereich Mountainbike/ Trecking

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Harz hat auf seiner Sitzung am

27.03.2014 folgenden Beschluss gefasst:

 

Er hat gemäß § 4 Abs. 4 Pkt. 2 und 5 der Satzung für das Jugendamt des

Landkreises Harz beschlossen, die von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Erlebnispädagogik“ des Landkreises Harz erarbeiteten Sicherheitsstandards für den Bereich „Mountainbike (MTB) - Tagestour,

ca. 10 Stunden und mehrtägige Fahrten“ als ein Arbeitsgebiet der Erlebnispädagogik für alle Träger und Anbieter von erlebnispädagogischen Maßnahmen auf dem Gebiet des Landkreises Harz verbindlich fest zu

schreiben.

 

Verbindliche Sicherheitsstandards für den Bereich „Mountainbike

(MTB) - Tagestour, ca. 10 Stunden und mehrtägige Fahrten“ als ein

Arbeitsgebiet der Erlebnispädagogik für alle Träger und Anbieter von

erlebnispädagogischen Maßnahmen auf dem Gebiet des Landkreises

Harz

 

a)  Anforderungen an die TN

-    Mindestalter 12 Jahre

-    TN müssen das MTB unbedingt beherrschen (Bremse, Schaltung)

      und körperlich fit sein (relevante Krankheiten vorher ausschließen

      (Herz, Asthma Bewegungsapparat…), Einverständniserklärung der

      Eltern ist einzuholen

 

b)  Anforderung an die Leitung

-    Leitungskompetenz

-    Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich der Abenteuer- und Erlebnispädagogik,

     (evtl. nachweisbare                Fortbildungen)

-    Ausbildung in 1. Hilfe – Outdoor nicht länger als 2 Jahre zurück

-    Naturkundliche und ökologische Kenntnisse

-    Kenntnisse StVO

-    Strecken-/Kartenkenntnis (Kurz-, Mittel- und Langstrecke, Streckenprofil etc.)

-    eine ununterbrochene Kommunikation zwischen der Leitung ist abzusichern

-    Grundkenntnisse für Kleinreparaturen

 

c) grundsätzliche Anforderungen (an Träger und gleichermaßen an Leitung)

-   Personenschlüssel 1-5 TN einen Leiter, ab 6-10 TN zwei Leiter usw.

-   bei besonderen Personengruppen ist der Schlüssel enger zu fassen

-   Gruppe nicht größer als 20 TN

-   das Fahren auf viel befahrenen Verkehrsstraßen minimieren

-   Fahrt mit Teilstrecken auf Verkehrsstraßen, Leitung mit Signalweste

-   Reiseroute so zusammenstellen, dass Kinder oder Jugendliche nicht

     überfordert werden und Bedürfnisse berücksichtigt werden können

-   Einlegen von Pausen

 

d)  Grundsätzliches zur Ausrüstung

-    Verkehrs- und Betriebssicherheit des MTB muss gegeben sein

-    eigenes Fahrrad ist zu bevorzugen

-    Fahren nur mit Helm und festen Schuhwerk

-    Kleidung entsprechend der Witterung

-    Ersatzschlauch, Reifenheber, Flickzeug, je Größe 1 Stück

-    Mini-Werkzeug mit den wichtigsten Schlüsselgrößen des Rades

-    Luftpumpe, Taschenlampe

-    Funktelefon

-    Kartenmaterial

-    1. Hilfe-Set

-    ausreichend Trinken/ Essen, vorher und dann je nach Bedarf

 

e)  Methodik vor einer Fahrt (Einweisung)

-    Fahrräder sollten vorher aufgereiht mit Helm dastehen

-    Infos zum Bremsen, Schalten, Sattelhöhe und zur Tour an sich

-    MTB-Zuweisung je nach TN- Größe und Gewicht

-    Sichtung des Fahrvermögens beim ersten Fahren vor Ort

-    Info zur Tourlänge und -profil

 

f)  Methodik während einer Fahrt:

-   die Geschwindigkeit des Fahrens richtet sich immer nach dem

    schwächsten TN

-   bei einer Tour mit max. 5 TN fährt der Leiter vorn mit Sichtkontakt,

    bei zwei Leitern einer vorn und einer hinten, bei drei Leitern dann

    einer in der Mitte

-   Fahren unter Sichtkontakt (Kommunikationskette)

-   Achtung von Mensch, Flora und Fauna

-   Bei besonders steilen und schwierigen Abfahrten das Rad schieben

 

g)  Mehrtägige Fahrten

-    Frühe Organisation von Unterkunft und Route

-    Gepäck entsprechend der Unterkunft (JHB oder Zelt)

     Motto: „So viel wie nötig, aber so leicht wie möglich – Minimalgepäck!“ (evtl. Extratransport)

-    wenn Zelt, dann mit Zubehör (Schlafsack etc.)

-    Wechselkleidung und persönliche Hygiene

-    Organisation der Verpflegung

-    Krankenkarte

-    Tagesziele definieren

-    Wettervorschau

 

h)  Empfehlungen

-    Kettennietdrücker

-    kein Fahren im Dunkeln

-    kleine Sammlung Schrauben, selbstsichernder Muttern und Scheiben (M5 und M6)

-    Fahrradcomputer

-    Fahrradtaschen

-    5. bis 6. Klasse max. eine Übernachtung

-    7. Bis 8. Klasse max. 2 Übernachtungen

-    ab 8. Klasse frei

 

Verbindliche Sicherheitsstandards im Bereich „ein- und mehrtägige Trekkingtouren“

 

 

Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Harz hat auf seiner Sitzung am 27.03.2014 folgenden Beschluss gefasst:

 

Er hat gemäß § 4 Abs. 4 Pkt. 2 und 5 der Satzung für das Jugendamt des

Landkreises Harz beschlossen, die von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Erlebnispädagogik“ des Landkreises Harz erarbeiteten Sicherheitsstandards für den Bereich „ein- und mehrtägige Trekkingtouren“ als ein Arbeitsgebiet der Erlebnispädagogik für alle Träger und Anbieter von erlebnispädagogischen Maßnahmen auf dem Gebiet des Landkreises Harz verbindlich fest zu schreiben.

 

Verbindliche Sicherheitsstandards im Bereich für „ein- und mehrtägige Trekkingtouren“ als ein Arbeitsgebiet der Erlebnispädagogik

 

a)  Anforderungen an die TN

-    Mindestalter 6 Jahre, sofern der Tour entsprechende körperliche

     Anforderungen erfüllt sind

 

b)  Anforderung an die Leitung

-    Kenntnisse in der Ortskunde sowie sicherer Umgang mit Orientierungshilfen

-    genaue Kenntnisse über Geländebeschaffenheit, Naturschutzvorgaben und Streckenverlauf mit

     Möglichkeiten  zum Abbruch der Tour, Rettungswege und -stellen)

-    Feld- und Forstordnungsgesetz Sachsen-Anhalt ist bekannt

-    Sichere Einschätzung von Anforderungen der Strecke und zu erwartender Leistung der Teilnehmer

-    Auf eine angemessene Länge der Tour muss geachtet werden

-    (z.B. bei 6-12jährigen= 6-8 km oder 6h/Tag; 12-16jährigen= 8-14 km oder 8h/Tag;

     16-18jährige= 14-20 km  oder 10h/Tag)

-    Kenntnisse der Wetterkunde

-    eine ununterbrochene Kommunikation zwischen der Leitung und Betreuern ist ab zusichern

-    eine ununterbrochene Kommunikation zwischen der Leitung/Betreuern und den Teilnehmern ist abzusichern

-    Pädagogische Kenntnisse (z.B. über Gruppendynamik)

-    Ausbildung in 1. Hilfe – Outdoor nicht länger als 2 Jahre zurück

-    Bedienung der Kommunikation zur Standortangabe

 

c) grundsätzliche Anforderungen (an Träger und gleichermaßen an Leitung)

-   Studium des entsprechenden Kartenmaterials

-   Körperlich den Anforderungen gewachsen sein

-   Betreuerschlüssel verringert sich in Abhängigkeit vom Alter der Teilnehmer (6 Jahre = 1:6;

     7 Jahre= 1:7 usw.), ab einem Alter von 10 Jahren ist der Betreuerschlüssel bei 1:10 festzusetzen

-   es sind mindestens 2 Betreuer einzuplanen

-   bei besonderen Personengruppen ist der Schlüssel enger zu fassen

-   ausreichend Pausen einplanen

-   Kenntnisse in der Ortskunde

-   genaue Kenntnisse über Geländebeschaffenheit, Naturschutzvorgaben und Streckenverlauf

     mit  sicherheitsrelevanten Punkten (Verpflegungs- und Rastplätze, Rettungswege und -stellen)

-   Bereitschaftstelefon vorhalten

-   Ggf. Begleitfahrzeug einplanen

 

d)  Einführung der TN, Verhalten der Gruppe

-    Überprüfung der Ausrüstung (Vollständigkeit, Gewicht [bis zum 14

      Lebensjahr: 1/10 des Körpergewichtes])

-    Feststellung der Zweckmäßigkeit von Kleidung und selbständig

      mitgeführter Verpflegung (entsprechend der Tour)

-    Einweisung in Wegstrecke

-    Gefahrenhinweise und Verhalten im Notfall

-    Richtiges Packen des Rucksacks

 

e)  Grundsätzliches zur Ausrüstung

-    eine Thermoskanne mit heißem Wasser pro Gide

-    Karte und Kompass und/oder GPS

-    Schuhwerk und Kleidung angemessen für Witterung und Gelände

-    Kopfbedeckung

-    Funktelefon

-    Bereitstellung von Kommunikation zur Standortangabe

-    Erste Hilfe Ausrüstung

-    Feuerzeug, ggf. Stirnlampe

-    ausreichend Verpflegung und Getränke

-    Möglichkeiten zum Abtrocknen (z.B. Weleda-Tücher)

-    Angemessener Hygienebedarf

-    Ggf. Schlafsack und Isomatte, sowie evtl. Biwak/Campingausrüstung (wenn nicht an Ratsplätzen vorhanden) -    Wärmeversorgung muss sichergestellt sein

-    Ggf. Kocher, Töpfe, Becher, Besteck etc. (wenn nicht an Verpflegungsplätzen vorhanden)

-    Bei Übernachtungen wird empfohlen Rücksprache mit dem Eigentümer des Waldes o.ä. zu halten.